Labyrinthitis
Schwindel bei Labyrinthitis
Entzündung des Innenohres
von Prof. Dr. Zenner
Schwindel kann durch eine örtliche Entzündung des Innenohrs auftreten. Man spricht von einer Labyrinthitis. In den meisten Fällen entsteht eine derartige Innenohrentzün dung dadurch, dass eine Entzündung des Mittelohres auf das Innenohr übergreift.
Die akute Mittelohrentzündung (akute Otitis media) entsteht typischerweise durch Bakterien und führt zu Ohrenschmerzen, pulsierenden Geräuschen im Ohr und zu Hörverlust. Bei einer Mitbeteiligung des Labyrinths kann Schwindel auftreten.
Eine besondere Form der chronischen Mittelohrentzündung mit zusätzlicher bakteriel ler Infektion -das sog. Cholesteatom- entsteht langsam über Monate und Jahre. Es führt in der Regel zu einem Loch im Trommelfell, zu Ohrenlaufen und/oder Hörverlust und bei Mitbeteiligung des Labyrinths auch zu Schwindel.
Wenn die akute oder chronische Mittelohrentzündung auf das Innenohr übergreifen, kommt es zu einer plötzlichen weiteren Verschlechterung des Hörens und/oder zu Schwindel. Der Schwindel kann zu Übelkeit und Erbrechen führen.
Eine Innenohrentzündung ist eine gefährliche Komplikation und muss unverzüglich di agnostiziert und behandelt werden, um weitergehende Schäden, wie z. B. solche durch Übertritt der Entzündung in das Gehirn, zu verhindern. Der HNO-Arzt wird eine Trom melfelluntersuchung sowie Hör -und Gleichgewichtstests durchführen. Normalerweise sind auch bildgebende Verfahren des Ohres notwendig.
Wenn die Diagnose einer Innenohrentzündung gestellt wird, wird im Regelfall eine stationäre Behandlung in einer spezialisierten HNO-Klinik durchgeführt. Dort werden Sie hochdosierte Antibiotika erhalten, die gegen die Entzündung ankämpfen sollen. Abhängig von der Ursache der Entzündung kann auch eine Operation des Ohres zwingend erforderlich sein.
Dr. Zenner s Schwindel-Retraining-Kurs, in schweren Fällen auch Vertidisan , kann in der Nachsorge eine zusätzliche Hilfe bei der Bekämpfung des Schwindels sein, basierend auf der Entscheidung des Arztes.